Das Verfahren wird im Folgenden anhand eines einfachen Beispiels demonstriert. Das Beispiel behandelt mögliche Zukünfte (Szenarien) der soziopolitischen Faktoren des fiktiven Landes „Somewhereland“. Das Verfahren verläuft in folgenden Schritten:
1) Stelle eine Liste der wichtigsten Systemfaktoren ("Deskriptoren") auf.
Im Beispiel der soziopolitischen Entwicklung von "Somewhereland" sollen das die sechs Deskriptoren
A. Regierung
B. Außenpolitik
C. Wirtschaftsleistung
D. Wohlstandsverteilung
E. Sozialer Zusammenhalt
F. Gesellschaftliche Werte
sein. Typische CIB-Analysen umfassen in der Praxis häufig 10-20 Deskriptoren, teilweise auch mehr.
2) Lege die wesentlichen qualitativen Alternativzustände fest, in denen sich die Deskriptoren befinden können.
(Die Zahl der Zustände pro Deskriptor kann von von Deskriptor zu Deskriptor verschieden sein)
Im Beispiel könnten Literaturstudien und Experteninterviews zu folgenden Einteilungen geführt haben: A. Regierung:
A1 "patriotische Partei"
A2 "wirtschaftsorientierte Partei"
A3 "soziale Partei" B. Außenpolitik:
B1 Kooperation
B2 Rivalität
B3 Konflikt C. Wirtschaftsleistung:
C1 sinkend
C2 stagnierend
C3 dynamisch D. Wohlstandsverteilung:
D1 ausgeglichen
D2 große Kontraste E. Sozialer Zusammenhalt:
E1 sozialer Friede
E2 Spannungen
E3 Unruhen F. Gesellschaftliche Werte:
F1 Leistung
F2 Solidarität
F3 Familie
3) Erhebe durch Literaturstudien, Expertenbefragungen oder geeignete andere Untersuchungen, welchen Einfluss es auf den Zustand x von Faktor X hätte, wenn sich Faktor Y im Zustand y befindet. Drücke dies durch qualitative Urteile aus.
Dabei sind nur direkte Einflüsse anzugeben. Die daraus entstehenden indirekten Einflüsse konstruiert CIB bei der Auswertung selbstständig.
Im Beispiel könnte es zu der Einschätzung gekommen sein, dass das Auftreten von Unruhen viele Menschen in Somewhereland stark dazu bewegen würde, sich vorwiegend auf die Familie als engstes soziales Netzwerk zurückzuziehen. Als Cross-Impact des Zustandes "E3 Sozialer Zusammenhalt: Unruhen" auf den Zustand "F3 Gesellschaftliche Werte: Famile" wird daher +3 gewählt.
Das Ergebnis dieser Schritte ist eine "Cross-Impact Matrix". Abb. 2 zeigt diese Matrix für das beschriebene Beispiel. Die im Beispiel verwendete Daten dienen nur der Veranschaulichung und sollen kein konkretes Land beschreiben.
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